Mobilitätsverläufe junger Menschen: Lebenschancen transnationaler Jugend auf der Süd- und Nordhalbkugel

MO-TRAYL ist ein fünfjähriges Forschungsprojekt (2017-2021), das sich zum Ziel gesetzt hat, ein besseres Verständnis für den Zusammenhang zwischen Migration und den Lebenschancen junger Menschen zu entwickeln.

In unserer heutigen globalisierten Welt ist Migration ein Bestandteil der Biographie von jungen Menschen weltweit; entweder weil sie selbst migriert sind oder weil mindestens eines ihrer Elternteile migriert ist. Bislang ist man davon ausgegangen, dass ihre Bewegungsverläufe relativ unkompliziert und linear sind: entweder begleiten junge Menschen ihre Eltern, wenn diese migrieren, und bewegen sich somit einmal. Oder sie bleiben zurück und bewegen sich überhaupt nicht. Diese Auffassung von Jugendmobilität ist jedoch übermäßig vereinfacht und wird den Erfahrungen von jungen Menschen mit Migrationshintergrund nicht gerecht. Folglich weiß man wenig darüber wie Migration junge Menschen mittelfristig beeinflusst. Im Laufe der nächsten fünf Jahre wird das MO-TRAYL Forschungsteam diese Wissenslücke füllen.

Mobilitätsverläufe
Mit der Studie von sogenannten Mobilitätsverläufen schlagen wir neue Wege ein: die Ortswechsel, die junge Menschen und ihre Familienmitglieder in Raum und Zeit machen, und die daraus resultierenden veränderten Familienkonstellationen im Laufe des Lebens eines jungen Menschen. Das bedeutet, dass wir die Ortswechsel junger Menschen abbilden werden, und somit auch die Familienmitglieder und Bezugspersonen berücksichtigen, die einen bedeutenden Einfluss auf das Leben der jungen Menschen haben und hatten. Bisherige Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Familie ein wichtiger Bestandteil ist, um die Lebenschancen junger Menschen zu verstehen. Wie diese Lebenschancen von unterschiedlichen Mobilitätsverläufen beeinflusst werden ist der zentrale Fokus unserer Studie.

 

Forschungsdesign
MO-TRAYL ist ein groß angelegtes, vergleichendes Forschungsprojekt. Wir arbeiten mit jungen Menschen im Alter von 15-25 Jahren in vier Ländern:

  • Die Niederlande
  • Belgien
  • Deutschland
  • Ghana

Auf diese Weise können wir untersuchen wie Mobilitätsverläufe, und folglich die Lebenschancen junger Menschen, von unterschiedlichen Schulsystemen und Migrationsregimen geprägt und beeinflusst werden.

Anders als bei vielen anderen Studien bekommen wir unsere Daten direkt von jungen Menschen. Das tun wir zunächst einmal mithilfe einer Schulumfrage, die uns ermöglicht die Mobilitätsverläufe von sowohl jungen Menschen mit als auch ohne Migrationshintergrund zu betrachten.
In der zweiten Phase des Forschungsprojektes fokussieren wir uns auf junge Menschen mit ghanaischer Herkunft. Dies ermöglicht uns junge Ghanaer mit Migrationsgeschichte mit denen zu vergleichen, die im Ursprungsland geblieben sind. MO-TRAYL ist die erste groß angelegte Studie von jungen Menschen mit Migrationshintergrund, die sowohl so genannte Herkunfts- als auch Aufnahmestaaten berücksichtigt.

Was können wir von MO-TRAYL erwarten?

Unsere Forschung wird uns ermöglichen:

  • verschiedene Arten von Mobilitätsverläufen zu identifizieren.
  • zu verstehen wie Mobilitätsverläufe bestimmte Auswirkungen auf junge Menschen haben.
  • politische Schlüsselpersonen und Lehrkräfte darüber zu informieren, wie weiterführende Schulen am besten mit Jugendmobilität umgehen können.
  • politische Schlüsselpersonen darüber zu informieren, wie sich Migrationspolitik auf junge Menschen auswirkt.

Forschungsergebnisse kann man unter Publications finden.

Lad die MO-TRAYL Informationsbrochüre herunter, indem Sie auf folgendes Bild klicken:

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